immobilienbewertung-lexikon
Pachtwertverfahren
Um die Jahresnettokaltmiete einer Landpacht oder gepachteten Immobilie zu ermitteln, wird das Pachtwertverfahren (PWV) genutzt, wofür Bewirtschaftungskosten und marktübliche Liegenschaftszinsen berücksichtigt werden. Alle Bewirtschaftungskosten werden vom erzielbaren Gesamtumsatz abgezogen, um den Grundstücksreinertrag zu ermitteln. Der Kapitalisierung dient der Liegenschaftszinssatz, wobei die voraussichtliche Restnutzungsdauer zugrundegelegt wird. Gemäß § 194 BauGB wird der Verkehrswert aus dem Grundstücksertragswert…
WeiterlesenÖffentliche Bestellung
Öffentliche Bestellung Wird ein vereidigter Sachverständiger hinzugeholt, spricht man von einer öffentlichen Bestellung. Handwerkskammern, IHKs, Architektenkammern etc. erteilen die notwendige Bestellung. Neben der Pflicht, ein Gutachten anzufertigen, hat die öffentliche Bestellung folgende Konsequenzen: • Aufgaben müssen unabhängig, unparteiisch, exakt und weisungsfrei erfüllt werden • Hilfskräfte müssen überwacht werden • Schweige-, Dokumentations-, Aufbewahrungs-, Weiterbildungspflicht • persönliche…
WeiterlesenNicht-normierte Verfahren
Abgeleitet von rechtsverbindlichen Methoden zur Wertermittlung von Grundstücken und Immobilien nach der Immobilienwertermittlungsverordung (ImmoWertV), basieren nicht-normierte Verfahren auf finanzmathematischen Grundlagen. Beim Bewerten geht man vom Vergleichswertverfahren aus; unterschieden werden: Discounted-Cash-Flow, vereinfachtes Ertragsverfahren, Zielbaumverfahren, Regressionsanalyse und die deduktive Bodenwertermittlung (Residualverfahren).
WeiterlesenDeduktive Bodenwertermittlung
Deduktiv leitet sich vom lateinischen deductio (Ab-/Weg-/Hinführung) ab. Um den Verkehrswert von warteständigem Bauland zu ermittelt, wird die deduktive Bodenwertermittlung genutzt (Beispiel: Umlegung). Auf den festzustellenden Verkehrswert des baureifen, erschließungsbeitragsfreien Baulands fließen ein: • Erschließungsausbaukosten; Gemeindeanteil: mind. zehn Prozent • Bodenordnungskosten (Vermessung, Notar und Grundbuch) • Infrastrukturkosten • Vorhaltekosten (Zinssatz/-änderungsrisiko, Wartezeit beachten) • der Wert…
WeiterlesenZwangsversteigerung
Zwangsversteigerung kann mit dem Durchsetzen eines berechtigten Anspruchs durch staatliche Machtmittel (Vollstreckungsverfahren, Zwangsvollstreckung) definiert werden. Die Zwangsversteigerung kommt im Bereich beweglicher Sachen (Schmuck, Porzellan, etc.), unbeweglichen Vermögens (Grundstücke, Immobilien) oder bei Auflösung einer Gemeinschaft von Besitzern an einem Grundstück vor. Eine Zwangsversteigerung setzt einen Antrag des Gläubigers beim zuständigen Amtsgericht voraus. Überwiegender Grund für eine…
WeiterlesenWertermittlungsrichtlinien
Wertermittlungsrichtlinien (WertR 2006) sind Normen, auf deren Grundlage Gutachter den Verkehrswert von Grundstücken beziehungsweise Immobilien ermitteln. Im Weiteren regeln die Wertermittlungsrichtlinien Rechte an Grundstücken und grundstücksgleiche Rechte sowie beispielsweise die Berechnung der Entschädigung bei etwaiger Enteignung.
WeiterlesenWegerecht
Wegerecht ist eine Grunddienstbarkeit, die Grundstückseigentümer betrifft. Definiert wird Wegerecht im Allgemeinen mit Gesetzesverordnungen zu Wegen, Straßen, Durchgängen sowie Durchfahrtmöglichkeiten, die über fremde Grundstücke führen. Beim begründeten Wegerecht muss der Eigentümer Grundstücksteile hergeben, was oftmals den Wert des Grundstücks beeinträchtigt. Weil Wegerechte meistens keine Gewohnheitsrechte sind, sollte das Eintragen ins Grundbuch erfolgen. Ausnahme: Notwegerecht (die…
WeiterlesenVorkaufsrecht
Vorkaufsrecht ist ein allgemeingültiger Rechtsbegriff, der also nicht nur im Bereich Bauen und Wohnen Bedeutung hat. Zwischen einem Verkäufer und interessierten Käufern gibt es einen Berechtigten, der mittels einseitiger Erklärung als sogenannter Dritter einen eigenständig existierenden Kaufvertrag abschließt. Personen, die ein Grundstück, Haus oder jedwede andere Sache verkaufen und einem Berechtigten das vertragliche Vorkaufsrecht (notarieller…
WeiterlesenUmbauter Raum
Umbauter Raum ist eine Kennzahl, die im Jahre 1950 in der DIN 277 definiert wurde. Mittlerweile wurde umbauter Raum durch die Norm Brutto-Rauminhalt, kurz: BRI, abgelöst, ebenfalls gemäß der DIN 277 sowie gemäß den Richtlinien in der II. Berechnungsverordnung. Der Fachbegriff umbauter Raum hat als Messgröße Bedeutung für Grundstücksbesitzer, Hauseigentümer sowie private Bauherren und die…
WeiterlesenVerwaltungskosten
Innerhalb der Kostenrechnung im Bereich Wohnen beziehungsweise Bauen gehören die Verwaltungskosten zu einer wichtigen Kategorie, wenngleich es keine exakte Definition für die Bezeichnung Verwaltungskosten gibt. Dem ist so, weil die Kosten, die zum Bewirtschaften von Gebäuden, Unternehmen oder sonstigen Wirtschaftseinheiten entstehen, nicht ganz konkret abzugrenzen sind. Gemeinhin zählen zu den Verwaltungskosten jene Gelder, die beim…
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