Archiv für immobilienbewertung-lexikon

Acrylglas

Acrylglas (oder Plexiglas) stellt eine Alternative zu herkömmlichem Glas dar. Es verfügt über zahlreiche Eigenschaften, die zu Vorteilen gegenüber Glas führen. So ist Acrylglas licht- und wetterbeständiger und lässt sich unter Wärme biegen. Hinzu kommt die Stabilität von Plexiglas. Es ist sehr bruchfest und in zahlreichen unterschiedlichen Farben erhältlich. Ein Nachteil von Acrylglas ist jedoch die Kratzempfindlichkeit. Kleine Kratzer können zwar herauspoliert werden, Schäden durch Lösungsmittel oder den Kontakt zu Feuer sind jedoch bleibend.

Oft kommt Acrylglas bei Wintergärten zum Einsatz. Durch die Fähigkeit, UV-Strahlen durchzulassen, hilft es auf diese Weise beim Wachstum von Pflanzen, die auf UV-Strahlen angewiesen sind. Wird Plexiglas für Balkonbrüstungen verwendet, werden dabei meist Acrylglas-Doppelstegplatten verwendet. Auch für Möbelstücke wird Acrylglas eingesetzt. So lassen sich Regale oder Tische aus dem Material herstellen, selbst Badewannen aus Plexiglas sind realisierbar.

Abwittern

Witterungseinflüsse führen bei Gebäuden zu unterschiedlichen Mangelerscheinungen. So blättert nach einer Zeit oft Putz von den Wänden, Farbe blättert ab. Eisen- und Stahlteile werden durch Korrosion beschädigt, wenn sie nicht entsprechend behandelt werden. Diese Prozesse nennt man Abwittern.

Abwasser

Von Abwasser spricht man im Falle von Brauchwasser, beispielsweise aus dem WC oder der Waschmaschine. Aber auch Regenwasser vom Dach oder Grundstück wird als Abwasser bezeichnet. Brauchwasser wird in der Regel in der öffentlichen Kanalisation entsorgt, die auch als Sammelkanalisation bezeichnet wird. Ebenfalls möglich ist die Entsorgung über eine eigene Klärgrube.

Abwasser in Form von Regenwasser sollte am besten wiederverwendet werden. Man kann es sammeln und zur Wasserversorgung des Gartens nutzen, um auf diese Weise Trinkwasser zu sparen. Lässt man es im Erdreich versinken, dient es darüber hinaus der Entlastung der Kanalisation. Weiterlesen »

Abnahme

Wenn eine genehmigungspflichtige bauliche Anlage auf ihren Bauzustand besichtigt wird, spricht man von einer Abnahme. Die Zahl und den Umfang durchgeführten Abnahmen bestimmt die Bauaufsichtsbehörde, aber auch Bauherren können Abnahmen veranlassen. Neben Behörden können auch Architekten und Schornsteinfeger eine solche Besichtigung vornehmen. Dabei erfolgt im Verlauf der Abnahme eine genaue Protokollierung sämtlicher Schäden und Mängel. Die dafür verantwortlichen Unternehmen werden mit einer angemessenen Frist zur Behebung der Schäden aufgefordert.
Generell wird zwischen der Rohbauabnahme und der Schlussabnahme unterschieden. Kommt es zur Besichtigung und der Schlussabnahme, ist dies gleichzeitig die Wohnbewilligung, mit der auch die Gewährleistung beginnt. Zuvor muss jedoch vom Bezirksschornsteinfeger bestätigt werden, dass sämtliche Kamine und Schornsteine in vollem Umfang funktionsfähig sind.

Abflussrohre

Ein bedeutsamer Bestandteil von Gebäuden sind die Abflussrohre. Sie sind für den Transport der Abwässer in eine Sickergrube oder einen Revisionsschacht zuständig, von dem aus sie weiter in einen Abwasserkanal geleitet werden. Abflussrohre sind in der Regel aus Steinzeug hergestellt, häufig werden aber auch Kunststoffe wie Polyethylen oder PVC verwendet. Ebenfalls zur Familie der Abflussrohre gehören Regen-Fallrohre. Sie führen vom Dach aus Regenwasser ab und bestehen meist aus Zink, Kupfer oder Eisenblech. Auch im Falle von Regen-Fallrohren kommt es nicht selten zur Verwendung von Kunststoffen.

Abdichtung

Jedes Gebäude muss gegen Wasser und Feuchtigkeit geschützt werden. Maßgeblich dafür sind die Vorgaben von DIN 18195. Gefährdete Teile müssen bedeckt oder umschlossen werden. Abdichtungen kommen beispielsweise bei Kelleraußenwänden vor, die von Bodenfeuchtigkeit, versickerndem Niederschlagswasser oder aufsteigendem Grundwasser betroffen sind. Um die Abdichtung zu gewährleisten, werden bituminöse Anstriche oder Bitumenbahnen verwendet. Horizontale Abdichtungen werden durch sogenannte Horizontalsperren erzielt. Wenn Flachdächer abgedichtet werden müssen, erfolgt dies durch Dachbahnen, zum Beispiel Schweißbahnen. Alternativ dazu können Polyethylen-Folien verwendet werden. Eine besondere Behandlung müssen Kunststoffe erfahren, da sie gegen direkte UV-Einstrahlung geschützt werden müssen. Der Schutz wird meist durch Verkieselung oder Dachbegrünungen erreicht.

Abbinden

Bis Beton endgültig erhärtet ist, vergeht eine gewisse Zeit. Der dabei entstehende Übergang von plastischem und feuchtem Beton oder Mörtel wird Abbinden genannt. Dies geschieht unter der Verwendung eines Bindemittels. Bis Betonteile abgebunden sind, dauert es ungefähr 24 Stunden. Die volle Tragfähigkeit und komplette Erhärtung ist nach dieser Zeit aber noch nicht gegeben, dazu braucht es bis zu vier Wochen. Damit eine vollständige Erhärtung möglich ist, ist eine gewisse Abbindwärme notwendig.

Beleihungswert

Eine Immobilienfinanzierung kommt meist nicht ohne sogenannte Grundpfandrechte aus. Die Banken und Sparkassen sichern sich so gegen Zahlungsunfähigkeit der Kunden ab. Sie erhalten Ansprüche auf die zu finanzierende Immobilie. Dafür muss der Beleihungswert ermittelt werden, der sich auf den zu erzielenden Preis der Immobilie bezieht. Die Beleihungswertsumme ist der Preis, den eine Bank in einer wirtschaftlichen Krisensituation sicher erzielen kann, wobei die realistische Einschätzung einer Krise natürlich nicht immer gelingen kann, wie die Geschichte immer wieder beweist.

Im allgemeinen Sprachgebrauch und bei Banken, Versicherungsunternehmen und Banken wird der Begriff Beleihungswert zwar mit großer Selbstverständlichkeit verwendet, gesetzlich genau definiert ist er jedoch nicht. Sinn und Zweck des Beleihungswertes ist der angenommene Wert eines zu beleihenden Objektes. Der Wert ist gleichzusetzen mit dem Verkehrswert und dem Verkaufswert. Weiterlesen »

Abweichungen

Nicht immer gelingt es, eine Bewertung durch Vergleichsgrundstücke vorzunehmen. Das liegt oft an den sogenannten wertbeeinflussenden Merkmalen des zu bewertenden Grundstücks. Dadurch kommt es zu Abweichungen, die bei der Bewertung berücksichtigt werden müssen. In die Berechnung müssen also unterschiedliche Faktoren einfließen.

Üblicherweise ist es nicht möglich, einen Preisvergleich direkt durch Vergleichsgrundstücke oder Bodenwerte vorzunehmen. Die wertbeeinflussenden Merkmale, also die Grundstückeigenschaften weichen meist voneinander ab. Damit dennoch Vergleichspreise in die Bewertung einfließen können, ohne die Abweichungen zu vernachlässigen, wird einer bestimmten Systematik gefolgt.

Die Systematik bei den Abweichungen

Es sind vier grundlegende Sätze, die Abweichungen behandeln und ihre Bedeutung regeln. Weiterlesen »

Wertermittlung bei Eigentumswohnungen

Als Kapitalanlage ist die Eigentumswohnung nach wie vor mit einem hohen Stellenwert ausgestattet. Davon ist nicht nur die eigene Nutzung der Wohnung betroffen, auch die Vermietung ist oft eine Alternative, um Steuern sparen zu können. Um den Wert einer Eigentumswohnung zu ermitteln, wird das Vergleichs- das Sach- oder das Ertragswertverfahren angewendet. Da es sich um einen komplexen Vorgang handelt, müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.

Zum größten Teil wird die Eigentumswohnung als Investition gesehen, sie dient also der Vermögenssicherung, der Altersvorsorge und der Steuerentlastung, daher werden das Vergleichswert- und das Ertragswertverfahren favorisiert. Neben der Wohnung selbst spielen auch das Grundstück und die Grundstücklage bei der Bewertung einer Rolle. Weiterlesen »