Ackerzahl

Was beim ersten Hinhören scheinbar nur für Landwirte interessant zu sein scheint, kann auch für andere Personengruppen durchaus von Bedeutung sein. Die Ackerzahl bestimmt die Fruchtbarkeit des Bodens, sie ergibt sich wiederum aus der Bodenzahl und gibt Auskunft über unterschiedliche Faktoren, die Einfluss nehmen auf die Beschaffenheit des Bodens. Und dementsprechend auch auf den Wert und die Nutzbarkeit dieses Bodens.

Die Ackerzahl entspringt einem sehr alten Gesetz. Das Bodenschätzungsgesetz trat bereits im Jahre 1934 in Kraft und sollte eine einheitliche Bewertung verschiedener Böden ermöglicht. In der Zwischenzeit wurde das Gesetz zwar zahlreich modifiziert, im Kern ist es jedoch dabei geblieben. Rund 12.000 Grundstücke wurden im Zuge des Bodenschätzungsgesetzes über das ganze Land verteilt in bestimmte Gruppen unterteilt. Die daraus resultierenden Beschreibungen der Grundstücke waren damals und sind noch heute die Grundlage für die Ermittlung der Ackerzahl.

Neben der Beschaffenheit des Bodens spielt bei der Ermittlung der Ackerzahl auch das örtliche Klima eine Rolle, denn viel Trockenheit oder häufiger Regen wirkt sich natürlich auch auf die Qualität des Bodens aus. Die Skala, die für die Ackerzahl verwendet wird, ist recht einfach aufgebaut und leicht zu interpretieren. So bezeichnet der Wert 10 eine unterdurchschnittlich schlechte Bodenqualität, der Wert 100 dagegen ist der beste Wert, der erreicht werden kann. Sinkt der Wert der Ackerzahl auf unter 20, wird im Allgemeinen davon gesprochen, dass der betroffene Boden landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar ist. So einfach die Bewertungszahlen auch zu verstehen sind, so kompliziert ist doch das Verfahren, um sie zu ermitteln. Jeder Boden hat spezielle Bewertungskriterien, die in den letztlich geltenden Wert einfließen. Sandboden wird anders betrachtet als Lehm, Moor anders als Ton. Zudem gibt es feine Unterschiede zwischen lehmigem Sand, sandigem Lehm, anlehmigem Sand und schwerem Lehm. Für eine Bodenbewertung ist die Ackerzahl daher immer bedeutsam.

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